AUS:LOTEN

Anne Dingkuhn

02. 09 bis 01. 10. 2022


 

Die fragile, vertrocknete Hülse einer Frucht wird von einer Stecknadel vor dem eigenen Verfall

zu Staub bewahrt.

Ihr bunter Kopf schmückt wie ein Juwel die monochrome Trockenheit der ehemaligen Lebendigkeit und leitet das Auge unweigerlich auf das in den Hintergrund gerückte Wesentliche:

Menschliche Organe - und damit schlägt die Künstlerin eine Brücke von der jahrhundertealten verstaubten Kategorisierung der natürlichen Welt zur direkten, greifbaren Bedeutung für uns

und unser Leben.

 

Anne Dingkuhn lädt ein in eine Wunderkammer aus gefundenen Objekten, Artefakten, ein Sammelsurium aus Gegenständen, das den Betrachter näher zieht und die Sorgsamkeit verdeutlicht,

mit der alle scheinbar willkürlich aufgereiht sind.

Wir lassen uns berühren und zurück transportieren in vergangene Zeiten, Schulzeiten, oder das

eigene Fensterbrett.

Aus solchen Kuriositätenkabinetten entsprang damals die empirische Wissenschaft: Forscher, die notierten, Insekten sammelten, fixierten und in Schubladen schoben, bis hin zu Seefahrern, die ins Unbekannte aufbrachen, ihre „Neuentdeckungen“ kartierten und diese Orientierungskarten mit mythologischen Geschöpfen schmückten.

 

Wir blicken verwundert auf diese aus der Zeit gefallenen Ortungen und Beobachtungen. Aber welche sind unsere, scheint die Künstlerin zu fragen.

Barcodes? Algorithmen? Schaltkreise? Binärcodes? Wie genau erklären wir uns die für unser Überleben immer fragiler werdende Welt?

 

Wie sich unsere Wahrnehmung verändert hat und in welchem Umbruch wir uns gerade befinden, verdeutlicht Anne Dingkuhn in  AUS:LOTEN durch ihre Erforschung der Verbundenheit allen Lebens in einem Bild.

 

„Mich interessiert zunehmend, wie es gelingen kann, ein offeneres Wirklichkeitsverständnis zu generieren, einen Sinn für Mehrschichtigkeit und für die Relativität des vermeintlich Faktischen.

Wie lässt sich das Begrenzende, Separierende in unseren Ordnungskonzepten, also in unserem Denken überwinden?

Und wie kommt das (bisher) Ungesagte, das Flüchtige oder nicht so Offensichtliche „ins Bild“? 

 

Ausstellung:

  • 2. September bis 1. Oktober 2022

 

Vernissage:

  • Freitag 02.09.2022 um 19.00 Uhr

 


Führungen

  • Freitag,    16.9.22 um 18 Uhr
  • Samstag, 17.9.22 um 13 Uhr 

 


Finissage

mit Kunstgespräch

  • Samstag, 01.10.22 um 14 Uhr

Kunst&Co ist hier:



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